Klinik Lohrey

Wichtigste Schritte des systemischen Rehaprozesses


Herausschälen des Zustandes individueller Gesundheit

Herausschälen des Zustandes optimaler Übereinstimmung von Werten, Fähigkeiten, Verhalten und Umwelt und damit Herausschälen des Zustandes individueller Gesundheit.

Realitätscheck
Check der individuellen Ausgangslage; aus den "Lücken" zwischen dem Zustand individueller Gesundheit und der Ausgangslage werden später Therapieziele und therapeutische Strategien abgeleitet.

Strategie- Zielvereinbarung
Die Vereinbarung konkreter Ziele gliedert den Weg zum Zustand individueller Gesundheit in überschaubare Einheiten.

Teilziele und Therapie
Aus den vereinbarten Zielen werden Teilziele abgeleitet und konkrete therapeutische Maßnahmen vereinbart. Dazu gehört auch die flexible Festlegung der Form der Begleitung (stationär, teilstationär, ambulant). Dieser Prozessschritt erfolgt mehrfach, je nach zielbezogenem Fortschritt des Patienten.

Zielerreichung und Entlassung
Entlassung des Patienten zum Zeitpunkt der Erreichung der vereinbarten Ziele; Organisation notwendiger Maßnahmen zur Rückkehr nach Hause.

Das Ziel der systemischen Rehabilitation liegt in der Befähigung des Patienten seine Werte, also das, was ihm in seinem Leben zentral wichtig ist, leben zu können. Dazu nutzen wir konsequent die Ressourcen des Patienten, d.h. wir knüpfen an den Vorstellungen, Möglichkeiten und Fähigkeiten, die der Patient mitbringt, an. Zusammen mit dem Patienten schälen wir dessen Werte und Therapieziele heraus, legen gemeinsam Etappenziele fest, fordern und fördern seine Möglichkeiten, die er zur Erreichung dieser Ziele benötigt.

Bei der systemischen Behandlung werden alle Ebenen der menschlichen Organisation berücksichtigt, d.h. für uns, wir nutzen das gesamte Spektrum des Patienten nach dem Modell der neurologischen Ebenen beschrieben von Gregory Bateson und Robert Dilts.


Auf der Kontextebene:

In welchem Umfeld bewegt sich der Mensch, wo arbeitet er, wo und mit wem lebt er?

Auf der Verhaltensebene:


Was macht der Mensch, wie verhält er sich in der Familie, im Beruf, etc.?

Auf der Fähigkeitsebene:

Welche besonderen Fähigkeiten zeichnen den Menschen aus?

Auf der Werte- und Glaubenssatzebene:

An welchen Werten orientiert sich der Mensch, was glaubt der Mensch von sich und anderen?

Auf der Identitätsebene:

Wer oder was ist der Mensch?

Auf der Kontextebene kann dies beispielsweise die Einbindung der Angehörigen bedeuten, auf der Verhaltens- und Fähigkeitsebene das Training mit den Hilfsmitteln, auf der Werte- und Glaubenssatzebene die Stärkung in das Selbstvertrauen, sich selbst noch Träume, Wünsche und noch nicht Ge- oder Erlebtes zu erfüllen und auf der Identitätsebene die Akzeptanz der "Erkrankung" und die Integration in das eigene Körperschema. Die medizinischen Maßnahmen, die wir laufend mit dem Patienten absprechen, richten sich nach den individuellen Zielen des Patienten. Wir verzichten somit auf Standardisierungen.

Damit der Patient auf dem Weg seiner Zielerreichung Unterstützung erhält, bieten wir eine umfassende medizinische, pflegerische, orthopädischtechnische, therapeutische, sozialberaterische und psychologische Betreuung. Diese beginnt schon mit der Kontaktaufnahme im Akutkrankenhaus, zu Hause oder über den behandelnden Arzt und endet mit der Hilfestellung bei der poststationären Weiterversorgung.

Wir möchten Ihnen jetzt in Kurzform einen Überblick über den Ablauf einer Rehabilitations-Maßnahme in der Klinik Lohrey geben. Gehören Sie zu den Menschen, denen die besonders einschneidende Veränderung einer Amputation widerfahren ist, besucht Sie - ebenfalls bereits im Krankenhaus - ein Orthopädietechniker, der sich um die Anpassung Ihrer Prothese kümmert, wenn Sie eine wünschen.

Dadurch ist sichergestellt, dass Sie während Ihrer Rehabilitation so früh wie möglich Ihre Prothese erhalten und Sie bis zum Ende der Rehabilitation lernen können damit umzugehen und sie zu nutzen. Dann ist es soweit: Sie werden aus dem Krankenhaus entlassen. Wenn Sie es wünschen, bringt Sie ein Mitarbeiter der Malteser zu uns. Während der Begrüßung durch unsere Empfangsmitarbeiter, die Sie auch mit allem vertraut machen, was für Ihren Aufenthalt bei uns wichtig ist, wie Essenszeiten usw., wird Ihre Therapiefamilie verständigt und Sie werden von einem Mitglied Ihrer Therapiefamilie abgeholt und auf Ihr Zimmer gebracht.

Auf Ihrer Station lernen Sie den Rest Ihrer Therapiefamilie kennen und selbstverständlich erfolgt an diesem oder spätestens am nächsten Tag die Vorstellung bei unseren Chefärzten. Unsere beiden Chefärzte Dr. Hermann Josef Engel, Facharzt für innere Medizin und Rheumatologie und Dr. Walter Prehler, Facharzt für Orthopädie, unterstützen und ergänzen Ihre Therapiefamilie durch regelmäßige Visiten.

Selbstverständlich stehen Ihnen unsere Chefärzte darüber hinaus immer dann zur Verfügung, wenn Sie Fragen oder Anregungen haben. Die Therapiefamilie besteht aus Schwestern, Physiotherapeuten und einer Ärztin oder einem Arzt. Sie müssen sich also nicht ständig neue Gesichter merken, sondern werden während Ihres Aufenthaltes immer von den gleichen Personen, dem gleichen Team begleitet, eben Ihrer "Therapiefamilie". Gemeinsam mit Ihrer Therapiefamilie legen Sie Ihre Therapieziele fest, also dass, was Sie während Ihrer Rehabilitation bis zu Ihrer Entlassung erreichen möchten. Man kann auch sagen: Sie füllen die "Lücken" zwischen dem, was für Sie Gesundheit bedeutet, und Ihrer momentanen Situation. Dabei orientieren sich die Therapieziele immer an Ihnen und Ihren Werten und damit an dem was Sie erreichen wollen.

Das kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. Nehmen Sie z.B. den Wert "Mobilität".
Für den einen Menschen bedeutet "Mobilität" "selbstständig laufen können", also ist ein Rehabilitationsziel "selbstständig laufen können". Für einen anderen bedeutet es "mit dem Hund spazieren gehen" und für einen dritten vielleicht "öffentliche Verkehrsmittel benutzen können" usw. Für manche Menschen bedeutet "Mobilität" vielleicht auch alle drei der genannten Ziele zusammen. Um Ihre individuellen Ziele immer im Auge zu behalten, legen wir gemeinsam kleinere, überschaubare "Etappenziele" fest, an denen Sie mit Ihren Therapeuten und Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt immer feststellen können, wie weit Sie Ihrem Therapieziel schon näher gekommen sind oder ob Sie es bereits erreicht haben.

Deshalb gibt es bei uns auch keine standardisierten Therapiepläne - sondern die Therapien werden jeweils auf Ihre persönlichen Ziele ausgerichtet und gemeinsam mit Ihnen vereinbart. So haben Sie das Zepter in der Hand und tun nur und exakt das, was Sie Ihren Zielen näher bringt. Dadurch werden Sie in Ihrer Rehabilitation erfolgreich sein. Und Ihr Erfolg ist auch unser Erfolg.

Jedes Mitglied Ihrer Therapiefamilie und natürlich auch die Ärzte sind immer über Ihre Rehabilitationsziele informiert und auch darüber wie weit Sie auf Ihrem Weg zur Zielerreichung sind. Dadurch können sich alle perfekt auf Sie einstellen und jeder kann so optimal wie möglich daran mitarbeiten, dass Sie Ihre Ziele erreichen. Und Ihre Ziele sind auch der Maßstab für die Dauer Ihrer Rehabilitation. Die Entlassung erfolgt dann, wenn Sie die vereinbarten Ziele erreicht haben. Und auch dann lassen wir Sie nicht allein. Wenn Sie nach der Rehabilitation noch Hilfe benötigen, kümmert sich die Mitarbeiterin unseres Sozialdienstes um alles Nötige. Und Sie können natürlich jederzeit wieder zu uns kommen - auf Rezept oder einfach nur so. Ihre Therapiefamilie freut sich, Sie wiederzusehen.